Das Hohenstaufen-Gymnasium Eberbach trauert um den sehr geschätzten und äußerst engagierten Kollegen Dr. Harald Grote


Herr Dr. Grote war mehr als 20 Jahre an unserer Schule tätig. Seit vielen Jahren begleitete er die verantwortungsvolle Position des Abteilungsleiters für die Naturwissenschaften und den naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Er war ein äußerst wichtiger Impulsgeber weit über das Fachliche hinaus für die Bildung und Erziehung zu Umweltbewusstsein und nachhaltigem Handeln.

Wir stehen dem Verlust, der durch den Tod Dr. Harald Grotes entstanden ist, bestürzt und fassungslos gegenüber.

Wir werden unseren Kollegen und Lehrer Dr. Harald Grote immer als hervorragenden Pädagogen und beliebten Menschen in Erinnerung behalten.

Als Ansprechpartner für Gespräche stehen Herr Schell, Frau Bloch-Klein, Herr Brinkmann, Frau Stähle-Buchta und Herr Hettmansperger zur Verfügung.

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Trauerecke Dr. Grote

Die Kondolenzecke am HSG fand regen Zuspruch bei Schülern und Lehrern. ( Foto: Bernhard Schell)

 

Ansprache von Fr. Spielmann am 08.01. in  St. Johannes Nepomuk:

Ich möchte an Harald Grote so erinnern, wie wir Kollegen und Schüler ihn kannten:

Er war ein Lehrer der alten Schule. Und das im positiven Sinne. Er stand gern vorne und erklärte. Er war der „Peter Lustig“ am Gymnasium, oder wie es bei uns Biologen heißt: er war unser Alpha-Männchen.

Er brauchte kein Gruppenpuzzle und keine Tandemkontrolle, kein PowerPoint und keine Online-Selbstlernkurse. Nur Kreide, Pappschildchen und Folienstifte. Er brauchte nicht einmal eine Folie, man kann schließlich auch auf den Overheadprojektor schreiben, nicht wahr?

Was Harald Grote aber hatte, war eine Begeisterung für die Naturwissenschaften, die auf viele Schüler ansteckend wirkte. Seine eigene Neugier war gepaart mit einem enormen Fachwissen. Er kannte auf alle Fragen eine Antwort, sei es warum das Enzym Urease bei 10 oC im Widerspruch zu allen Lehrbuchsregeln prima arbeitet, oder wie man ein heikles chemisches Experiment doch hinkriegt, indem man die Zutaten nicht nach Rezept sondern nach Gefühl dosiert. Und wenn er etwas doch nicht wusste, dann arbeitete er sich geschwind in das neue Thema ein, wie in die Nanotechnologie. Er sah darin eine sportliche Herausforderung und das so kurz vor der Pensionierung.

Seine unerschrockene Experimentierfreude war sprichwörtlich. Er war als einziger Mensch in der Lage, aus Hopfentee und aus Malzkaffee ein trinkbares Bier zu brauen. Und als die neuen Rauchmelder im Chemiesaal installiert wurden, war ganz schnell klar, dass sie dem Unterricht eines Harald Grote nicht gewachsen sind und unverzüglich ausgetauscht werden müssen.

Ein Zitat aus dem ABI-Buch 2008: “ So passt mal auf Leute! Jetzt muss man es vorsichtig erhitzen… eigentlich macht man das im Wasserbad, aber das ist für Leute, die viel Zeit haben.“

Eben: Harald Grote war praktisch veranlagt. Es gibt sicher auch andere Lehrer, die mit ihren Schülern Lebkuchen backen, oder Fahrräder reparieren. Vielleicht gibt es sogar welche, die Gartenhäuser bauen, und solche, die Krötenzäune aufstellen. Aber ich glaube, dass es nur wenige Lehrer gibt, die all dieses können und es auch tun!

Er war jemand, der seinen Prinzipien kompromisslos treu blieb und keiner Auseinandersetzung aus dem Weg ging, wenn es der guten Sache diente. Immer geradeaus. Man bekam allein von seinem Anblick ein schlechtes Gewissen, wenn er bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad zur Schule kam, während man selbst aus dem beheizten Auto stieg.

Er hatte eine unnachahmlich lockere und humorvolle Art, was bei den Schülern sehr gut ankam. Als bei einem Ausflug 16 Schüler mit drei Fünfertickets unterwegs waren, meinte er nur trocken: „Wenn der Kontrolleur kommt, wuselt ihr halt ein bisschen rum!“ Niemand von uns Kollegen hätte so etwas gewagt! Und wenn doch, dann hätte der Kontrolleur garantiert alle Schüler einzeln durchgezählt. Aber bei Harald Grote klappte auch das.

Harald Grote war ein Dinosaurier: einer der letzten seiner Art. Jemand, der sich für die Natur und für den praktischen Naturschutz engagierte, Estragon und Bohnenkraut unterscheiden konnte und Kröten über die Straße trug. Diese Liebe zur Natur teilte er übrigens mit seiner Frau Dorothee. Eine liebe und kluge Frau, eine engagierte Kinderärztin, die wir an der Schule leider viel zu wenig kannten.

Sie beide werden eine Lücke in der Stadt und an der Schule hinterlassen, die noch lange zu spüren bleibt. Wir werden trauern, wir werden noch lange wütend und betroffen sein und nach dem warum fragen. Aber irgendwann, ich weiß nicht wann, werden Harald Grote und seine Frau Doro zu einer schönen Erinnerung.

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Schüler tragen während der Gedenkfeier am 08.01. einen Auszug aus dem Kleinen Prinzen vor. ( Foto: Till Weidenhammer)

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