Das beste Weihnachtsgeschenk


Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern! 

Bald feiern wir Weihnachten – dieses Jahr so ganz anders als sonst. 

Wir werden nicht in „normale“ Weihnachtsgottesdienste gehen können, wir werden nur in einer kleinen Runde feiern können; Oma, Opa, Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen werden nicht dabei sein können, das Festessen wird eventuell kleiner sein, die Geschenke vielleicht weniger… 

Aber trotz aller Einschränkungen, wird es – und das ist gerade für die Kinder das Wichtigste – Geschenke geben, denn Geschenke sind ein wichtiger Bestandteil von Weihnachten.  

Schenken und sich beschenken lassen sind Grundlagen der menschlichen Existenz. Wir sind als soziale Wesen geschaffen; wir erleben uns immer wieder als abhängig von unseren Mitmenschen: als Kind sind wir auf die Fürsorge unserer Eltern angewiesen, als Erwachsener brauchen wir den Austausch mit anderen, um nicht geistig und seelisch zu verarmen, als alter Mensch werden wir wahrscheinlich noch einmal in ganz elementarer Weise auf die Hilfe und Solidarität anderer Menschen angewiesen sein. Wir alle sind angewiesen auf die Solidarität und die Wertschätzung unserer Mitmenschen. Geschenke sollen so dem Gegenüber unsere Verbundenheit und Wertschätzung, unsere Liebe und Solidarität zeigen. 

Liebe, Verbundenheit, Solidarität – das sind lebenswichtige Dinge, das sind Geschenke, die es in keinem Laden zu kaufen gibt.  

Aber warum beschenken wir uns gerade an Weihnachten? 

„Lobt Gott Ihr Christen alle gleich, in seinem höchsten Thron / der heut schließt auf sein Himmelreich / und schenkt uns seinen Sohn.“ So singen wir oft in unseren Weihnachtsgottesdiensten. Und das ist das eigentliche Weihnachtsgeschenk! In der Erinnerung an dieses Geschenk Gottes beschenken wir uns gegenseitig an Weihnachten.  

„Weihnachten wird unterm Baum entschieden“ – so die Werbung einer großen Elektronikkette. – Aber:  Weihnachten wird nicht erst unter dem Baum entschieden, Weihnachten ist längst entschieden. Es wurde entschieden im Stall von Bethlehem, wo Hirten vom Felde erkannten, dass mit Jesus ein Mensch in die Welt gekommen war, der ihr Leben und das Leben vieler verändern würde. Es wurde entschieden durch die drei Weisen, die dem Stern folgten, weil sie erkannten, dass mit Jesus der Friede Gottes in die Welt gekommen war, der höher ist als alle Vernunft und größer als alle weltliche Macht. 

Liebe, Verbundenheit, Solidarität – gerade in diesen schwierigen Corona – Zeiten wird uns die Bedeutung dieser Geschenke bewusst, jetzt, da Solidarität besonders gefragt ist, wo das Miteinander und der Austausch nicht mehr so einfach zu gestalten sind, wo ich auf Dinge verzichten muss, die mir vielleicht wichtig sind – Partys, Zusammenkünfte mit Freunden- um andere, Alte und Kranke, zu schützen. Da wird besonders jungen Menschen viel abverlangt.  

Solidarität mit den Schwachen, Kranken und Alten, das ist ganz zentral im christlichen Glauben. Und immer wieder Thema in der Bibel. 

Vielleicht ist das dieses Jahr das größte Geschenk, das wir unseren Mitmenschen machen können: der Verzicht auf mir wichtige Dinge, um andere zu schützen – und dann können wir uns vielleicht umso mehr über unsere Geschenke unterm Weihnachtsbaum freuen. 

Ich wünsche Euch und Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes Jahr 2021. 

Stephanie Bloch-Klein, ev. Schulseelsorgerin 

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