Eberbach: „Wir gedenken jetzt, heute und in Zukunft des Holocaust“


Eberbach. (bnc) „Eberbach“ heißt einer der Gründe, warum Rabbi Shaul Friberg sich in Deutschland so wohl fühlt: „Es ist einmalig, was man hier zusammen mit den Schulen gemacht hat.“

Anlass der Freude des aus Schweden stammenden Heidelberger Hochschulrabbiners war die Eröffnung der Ausstellung über die Entstehung des am 9. November 2013 eingeweihten Mahnmals auf dem Synagogenplatz, zu der die Stadt Eberbach am Sonntagvormittag ins Rathaus geladen hatte. Baupläne und unzählige Fotos geben hier bis Ende Mai zu den Öffnungszeiten des Rathauses im Foyer und auf den Emporen Zeugnis vom ungewöhnlichen Werdegang eines außergewöhnlichen Monuments. Ausliegende Flyer informieren über die Details.

Eine große Gästeschar konnte Bürgermeister Peter Reichert zur Ausstellung über ein „großartiges Projekt“ begrüßen, ein Projekt, das „lange diskutiert und jederzeit kritisch begleitet wurde“, das schließlich verwirklicht werden konnte und das nunmehr „auf unserem Synagogenplatz unsere Stadt bereichert“. Reichert nutzte die Gelegenheit, einmal mehr allen Beteiligten für ihr Engagement zu danken, den Initiatoren Hans Wipfler und Robert Moray, den Schülerinnen, Schülern und Lehrern des Hohenstaufen-Gymnasiums für die Durchführung, Rabbi Friberg für die Projektbegleitung. „Wir gedenken hier in Eberbach jetzt, heute, morgen und in Zukunft des Holocaust“, so Bürgermeister Reichert. Man gedenke der Eberbacher Mitbürger und der vielen Millionen Menschen, die in ein Martyrium bis hin zum grausamen Tod getrieben worden seien. „Das Mahnmal hat dem aufmerksamen Betrachter viel zu sagen. Hoffentlich kreisen viele Überlegungen und Gedanken, die es vermittelt, immer wieder in den Köpfen der Betrachter. „Deutschland ist geprägt von seiner Geschichte“, erinnerte Shaul Friberg im Anschluss. „Man kann nicht so tun, als sei nichts geschehen.“ In Eberbach habe man sich konstruktiv mit der Geschichte auseinandergesetzt. „Ich freue mich, dass ich hier sein kann und sehe, was Sie machen. Ich hoffe, die Zusammenarbeit mit Eberbach geht weiter. Ich freue mich darauf und sage: Danke.“ Mit einer Klezmerweise leitete das Klarinettenensemble „Die flotten Klappen“ über zu den Ausführungen des Eberbacher Bildhauers Hans Wipfler. Er ließ noch einmal den Werdegang des Mahnmals von der Idee und ersten Plänen, von Widerständen dagegen und schließlich der praktischen Umsetzung gemeinsam mit den Schülerinnen und Lehrern des HSG Revue passieren.“

Kein etablierter Künstler sollte das Mahnmal schaffen“, sei sein Hauptanliegen gewesen, so Wipfler. Jugendliche sollten es gestalten – „als Multiplikatoren für die Idee“, die dahinter stehe. Nach einem Resümee des Projekts durch den begleitenden Lehrer Markus Reuter beendeten die „Flotten Klappen“ die Vernissage mit einem Eric-Clapton-Song: „Would you know my name, if I saw you in heaven…?“

Der Artikel erschien am 05.05.2014 in der RheinNeckar Zeitung

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Einige der am ‚Mahnmal‘ Beteiligten: Bürgermeister Peter Reichert (2.v.l.), daneben Hans Wipfler, Rabbi Shaul Friberg, die HSG-Lehrer Markus Reuter, Bernhard Schell und Sebastian Schäuffele, Musikschullehrer Ralph Schweizer und Schüler des HSG. Foto: Nolten-Casado

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