Trommeln, Vokabeln lernen und Integration


schnappschuss-cajonsSeit dem 1. Februar 2016 hat das HSG – als zweites Gymnasium unseres Landkreises – eine Vorbereitungsklasse (VKL), in der Schülerinnen und Schüler die Grundlagen der deutschen Sprache lernen. Seit September von Frau Scheck und Frau Bloch-Klein organisiert, von Frau Welz geleitet und von verschiedenen anderen Kolleg(inn)en vielseitig betreut, können wir inzwischen erhebliche Fortschritte bei den VKL-SuS wahrnehmen, sowohl beim Sprach- und Schrifterwerb, beim Ankommen im deutschen Schulsystem, in der Beziehung der Schüler(innen) untereinander, aber auch in der Kontaktfindung mit Regelklassenschülern.

Sowohl der Spracherwerbs- als auch der Integrationsprozess wird in einem einzigartigen Projekt am HSG nun besonders intensiv unterstützt: 8 Jungen und Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren, die schon vorher mit großem Engagement und etlichen kreativen Ideen Brücken über alle Sprachbarrieren hinweg zu den „Neuen“ gebaut hatten, gehen jetzt als Schülermentoren gezielt auf die Schüler(innen) der VKL zu und üben mit ihnen musikalische Patterns gleichermaßen wie Theaterspiel-Einheiten. Neuerdings werden  Rhythmen getrommelt, die den Vokabel-Lernprozess gezielt durch Musik unterstützen.

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Aber damit noch nicht genug: Am Abend des 5. November 2016, pünktlich zum Eberbacher Mahl der Volkshochschule, schnappte sich eine neunköpfige VKL-Trommelgruppe nach nur wenigen Proben die neu angeschafften lateinamerikanischen Cajons, westafrikanischen Djemben und eine orientalische Dumbak, lud ein Auto voll und trat in der Stadthalle mit ihrem Mentor Andreas Wann (Klasse 7b) und ihrem Leiter Herrn Quiring auf. Gewaltige Klänge wurden den sich abwechselnden Instrumentengruppen entlockt, während Vokabeln – hier aus der Lektion „Badezimmer“ – dazu gesprochen oder kleine Soli von Einzelnen dazwischen improvisiert wurden. Auch ein typisch arabischer Rhythmus wurde vom Vater eines syrischen VKL-Schülers zwischen den einzelnen Nummern solistisch dargeboten  und beim weltweit bekannten Song „We will rock you“ von Queen konnten schließlich alle mitsingen und mittrommeln.

Lediglich der Prozess der Sponsorensuche für das umfangreiche Percussion-Instrumentarium ist derzeitig noch nicht abgeschlossen.

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Doch nicht nur an unserer Schule sollen derartige Formen von „Musischem Deutschunterricht“ praktiziert werden: In Kürze werden sich die Mentoren aufmachen und die Vorbereitungsklassen anderer Schulen musisch inspirieren. Auf einem Fachtag in Esslingen am Neckar werden sie dem Auditorium die Einsätze geben, die sie mit ihrem Leiter, Herrn Quiring, schon eifrig geübt haben.

Denn Musik baut Brücken, ist eine Sprache, die auf der ganzen Welt verstanden wird. Sie unterstützt in Verbindung mit deutschen Texten umgekehrt den Spracherwerbs- und den Integrationsprozess in einer Weise, wie es kaum eine andere Disziplin leisten kann – außer dem reinen Deutschunterricht natürlich, den Frau Welz mit mannigfaltigen Methoden anreichert.

Fotos: Anna Scheuble

 

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