Die VKL-Theatergruppe


Hinter mir liegt ein spannendes Jahr:
Was einst als „musischer Deutschunterricht“ in unserer Vorbereitungsklasse (VKL) im Februar 2016 begonnen hat, nämlich Kinder und Jugendliche, deren Deutschkenntnisse anfangs knapp über Null lagen, über die Musik, das Theaterspielen und das Malen an ihre neue „Zweitsprache Deutsch“ heranzuführen, wurde in diesem Schuljahr – unterstützt von unserer Integrationsmentoren-AG – auf breitere Beine gestellt. Und so bot ich neben einem Percussion-Projekt auch eine Theater-AG für VKL-Schüler/-innen an.

„Aus einer Studie des Max-Planck-Instituts hierzu geht hervor,“ so erfuhr ich es seinerzeit von unserem mittlerweile im pensonierten Kollegen Hans-Peter Fink, „dass Deutschförderung mittels einer Kombination aus Theater- und Sprachunterricht die größten Effekte bei Kindern erzielt: Gerade Kinder ohne jegliche Deutschkenntnisse erhalten durch die vielfältigen Angebote der Theaterpädagogik / des Darstellenden Spiels die Möglichkeit, angesichts einer fremden Sprache nicht stumm bleiben zu müssen, Emotionen und Erlebnisse auszudrücken, sich gegenüber anderen zu artikulieren, sich ihnen mitzuteilen; hieran anknüpfend bzw. hiervon ausgehend bieten sich zwanglose Zugänge zu verbalen Etikettierungen, zu Sprechakten, zur Kommunikation.“

Eberbach, DEU, 28.06.2017: Theater AG im Hohenstaufen Gymnasium. FOTO: Gustavo ALABISO
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(Fotograf: Gustavo Alabiso)

Was mit einfachem szenischen Spiel begonnen hatte, mündete am 25. Juli 2017 in einer bombastischen Aufführung. Integrationsmentorin Anna Scheuble (Abitur-Jahrgang 2017) brachte ihre theaterpädagogischen Fähigkeiten und Erfahrungen mit ein, und so konnte ein mehrteiliges Singspiel, also ein Bühnenwerk mit Gesangseinlagen aufgeführt werden. Dank Anna, Samira und Ricarda aus der I-Mentoren-AG wurde auch fleißig getanzt. Was an so einer Aufführung nicht fehlen durfte, war ein Bauchtanz, den Aysha, Sara und Selam darboten. Leider versagte die Tontechnik an diesem Abend relativ systematisch, sodass zum Bauchtanz eine schnelle spontane Klavierbegleitung im Oriental Beat improvisiert werden musste. Die Lichttechnik durch Bühnentechniker Nils war dagegen eine große Bereicherung an diesem Abend. Jonas führte im Anschluss einen selbst einstudierten Breakdance zum Bruno-Maas-Song „Taht’s what I like“ solistisch auf, mit dem er das Publikum zum Staunen brachte. In der Rolle des „Manfred vunn Schimmeldiwoog“ bewies er ebenfalls seine Kenntnisse von „Kurpfälzisch als Drittsprache“. Aber jeder der Schauspieler spielte seine Rolle äußerst überzeugend. Zu erwähnen wären noch, dass die VKL-Schülerin Aysha sowie die drei Mentorinnen Samira, Ricarda und Laura (alle 8b) in wenigen Wochen den Text von „Asil“ und „Emilie“ lernten, nachdem deren eigentliche Darstellerinnen kurzfristig von unserer Schule abgemeldet worden waren. Und nun wünsche ich meinen Schauspieler(inne)n nach einer solch erfolgreichen Darbietung, dass so mancher von euch im nächsten Schuljahr den Weg in die große Theater-AG unserer Schule findet.

Autor: Hartmut Quiring

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