Flying Tunes – eine Musikprofilgruppe der 8. Klasse…


…deren Töne überwältigend hoch fliegen können

Es ist Freitagabend, 20 Uhr. Wer nicht zum Konzert der „Flying Tunes“ gekommen ist, hat das Schulhaus längst verlassen, ist eigentlich schon in Sommerferienlaune und freut sich, dass er nur noch 3 Tage Schule hat, an denen kaum noch Schule ist. Aber der Musiksaal 1 ist mit Publikum und Sommerhitze gut angefüllt. Da öffnet sich die Seitentür, ein Tune nach dem anderen fliegt herein, die einheitlichen T-Shirts kommen frisch vom Copyshop, auf dem Programm steht „Just like fire“ von Pink, aber Sophie Reichert begrüßt das Publikum mit einer ersten Überraschung: Florian Roh, der andere ähnlich, charmante Moderator hatte Geburtstag, und ein Happy birthday, dirigiert von Julia Schäfer, wurde dem Programm spontan vorangestellt. Das Publikum stimmte nach wenigen Tönen mit ein.

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Erst dann erklang der Popsong, der auch das erste Ensemble-Arrangement des Kurses im Schuljahr 2016/17 war. Natürlich wurde er im Sommer 2017 noch ein bisschen verfeinert, schließlich hatten die Schüler selbst am Ende ihres ersten Profiljahres schon manches an Musikverständnis hinzugewonnen.

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Nach einer Sicilienne für Geige (Julia Schäfer) und Klavier von Maria Theresia von Paradis (1759-1724), einer Zeitgenössin großer Meister der Wiener Klassik, folgte das erste Highlight: Max Bode hatte eine Sonatine komponiert und in dieser den Stil anderer klassischer Kleinmeister wie Clementi oder Diabelli zu quasi 100% getroffen. Diese wurde von Herrn Quiring auf dem Flügel vorgespielt. Noch viele Sonatinen aus dem Kurs hätten an diesem Abend erklingen können, denn die 2. Klassenarbeit hatte viele Ergebnisse hervorgebracht, die zu gut sind, als dass sie in einer Schublade liegen sollten. Vielleicht bietet das Schulleben nach den Sommerferien ja noch Raum für so manche Aufführung – eine weitere Sonatine war jedenfalls zum Abschlussgottesdienst fünf Tage später erklungen. Am Konzertabend selbst folgte indessen der Hirtentanz (Finalsatz im Tempo Allegro) aus „Die vier Jahreszeiten“, Konzert Nr. 1 „Der Frühling“ von Antonio Vivaldi (1678-1741), dargeboten von der Flötistin Sophie Reichert. Im Anschluss daran bot Sängerin, Pianistin und Programmgestalterin Lilith Back den Song „Skinny Love“ dar; Max und Florian beantworteten diesen mit einem groovigen Reggae zu vier Händen.

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Wer in der Blockflöte bisher nur ein triviales Kinderinstrument gesehen hatte, wurde an diesem Abend eines Besseren belehrt. Denn Julia Debo und ihre Lehrerin Christina Lechner führten das Publikum mit zwei Flötenduetten auf hohem künstlerischem Niveau durch die Musikgeschichte. Zunächst erklang ein Scherzando des Spätbarockkomponisten Georg Philipp Telemann (1681-1767), später unter dem Titel „Lustig“ noch ein Charakterstück, welches der Moderne zuzuordnen sein dürfte.

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Genau in der Mitte des Programms trat wieder das gesamte Ensemble auf die Bühne. Zum Dirigat von Max, dessen Schlagzeugspiel nun vom Lehrer Herrn Quiring vertreten werden musste, erklang ein von Florian, Konrad und Max geschmackvoll gesetztes Instrumental-Arrangement des Songs „Let it go“, welcher im Film „Die Eiskönigin – völlig unverfroren“ von der Hauptperson Elsa gesungen wird. Die Harmonien des Songs waren im Kurs zuvor gemeinsam erarbeitet und besprochen worden.

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Kurz nach diesem „Bergfest“ stimmt Alt-Saxophonist Dirk Zimmermann den Filmmusik-affinen Zuhörer bereits auf die Abschlussnummer ein. Denn er bietet „He’s a pirate“ aus „Fluch der Karibik“ von Hans Zimmer solistisch dar. Moderator Florian, den alle als grandiosen Sopran-Saxophonisten kennen, löst ihn ab und spielt zum Erstaunen aller auf einem Alt-Saxophon zu einem Halbplayback ein Saxophon-Solo von Charlie Parker in gekonnter Bebop-Phrasierung auf professionellem Niveau.

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Ein Gitarrentrio mit Sophia Wierz als Leadgitarre, Konrad Bode an der Rhythmusgitarre und Alica Stadler am Bass ließ Ed Sheeran, „I see fire“ zum Gesang von Lilith folgen. Ein weiterer Popsong, „All of me“ von John Legend wurde von Chiara Lemke mit der Flöte solistisch dargeboten, und Florian beantwortete diesen auf seinem Sopran-Saxophon mit dem getragenen bis virtuosen Instrumental „Songbird“ von Kenny G.

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Wie man der Zeichnung auf dem Plakat entnehmen kann, sind neben musikalischen, teilweise sehr herausragenden Talenten, auch bildende Künstler bei den Flying Tunes zu finden, von denen Sophia Wierz zu diesem Anlass ganz besonders auffiel. Der Zusammenhalt der Gruppe ist großartig, aber am meisten brilliert die Gruppe durch ihr kreatives Potential.

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Und so wurde der Abend mit einem eigenen Arrangement von „The World’s End“ aus dem Film „Fluch der Karibik“ beendet. Dies war eine Wunschklassenarbeit der Schüler selbst, welches im Juli erst begonnen und pünktlich zum Konzertbeginn fertiggestellt wurde. Natürlich wurde der Lehrer gelegentlich aufgesucht, wenn es noch Hürden gab. Doch dieses Ergebnis in einer 8. Klasse konnte sich so gut hören lassen, und der Abend war rundum gelungen! Nun sind wir gespannt, wie weit, wie hoch und welchen Weg die Tunes in den nächsten beiden Jahren fliegen werden.

 

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