Integrationsmentoren-Ausbildung am HSG


Die AG-Wahl hat in der Tradition des Hohenstaufen-Gymnasiums einen sehr hohen Stellenwert. Über viele Jahre stand die Vielzahl und Vielfalt des AG-Angebots in unserem Gymnasium an der Spitze des gesamten Bundeslandes.
Dieser Tradition verpflichtet entstand im wohl hierfür genau richtigen Schuljahr 2016/17, nämlich dann, als die ersten VKL-Schülerinnen und Schüler seit einem halben Jahr am HSG „Deutsch als Zweitsprache“ lernen, etwas Besonderes:
Eine zweistellige Anzahl von in irgendeiner Form musisch ambitionierte Regelklassenschüler(inne)n zeigten sich im Herbst 2016 interessiert bei einem neuen Aufgabenfeld, nämlich Jugendlichen, die erst seit wenigen Monaten in Deutschland sind, über die Musik, das Theaterspielen, das Lesen, das Tanzen etc., also über den AG-Bereich eine Integration in unser Schulleben zu ermöglichen.

I-Mentoren-Seminar alle

Die Integrationsmentoren des HSG mit ihrem AG-Leiter Herrn Quiring

Dazu wurden im vergangenen Schuljahr zwei VKL-AGs gegründet: Die VKL-Theater-AG führte im November sowie am vorletzten Schultag den extra hierfür geschriebenen Zweiteiler „Sing, wo du dich niederlässt“ auf. Aber auch das VKL-Percussion-Projekt hatte neben der Verbesserung musikalischer Kompetenzen und der Freude am Musizieren stets eine Unterstützung des Spracherwerbs im Blick, und so wurden die verschiedenen Rhythmus-Muster stets mit Nomen verbunden, die an Silbenzahl und Sprachrhythmus zum jeweiligen Nomen passen. Aus letzterem ist schließlich ein integratives Straßenmusik-Projekt entstanden. Weitere Details zu den beiden AGs „Theater“ und „Straßenmusik“ sind in jeweils separaten Artikeln zu finden.

VKL-Percussion

(Integrationsmentoren bei der Arbeit, Fotograf: Anna Scheuble)

In jeder AG waren werdende Integrationsmentor(inne)n tätig und unterstützten die Arbeit des AG-Leiters, Herrn Quiring, der sagte, ohne diese wäre das alles gar nicht zu schaffen gewesen. Auf diesem Weg absolvierten die Mentoren ihr Praktikum.

Auch das halten von Unterrichtseinheiten in Vorbereitungsklassen anderer Schulen im Umfeld des HSG sowie die Darstellung der Errungenschaften vor anderen Lehrkräften auf einem Fachtag in Esslingen (Veranstalter:Landesinstitut für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik) zum Thema „Beiträge von Musik, Bewegung, Kunst, Theater und Tanz für den Spracherwerb“
sowie die Präsentation der Schule nach außen zum Tag der offenen Tür gehörten zu den vielfältigen Aktivitäten der Integrationsmentoren-AG im laufenden Schuljahr.

Doch die Ausbildung zum Integrationsmentor umfasst ebenso viele Stunden in einem Kompaktseminar zum Thema „Interkulturelle Kompetenz“, die vom Landesreferenten des evangelischen Jugendwerks Franz Röber sowie unserer Schulsozialarbeiterin Frau Boll in Mannheim für 9 werdende Mentor(inn)en gehalten wurde. Hier lernten die Schülerinnen und Schüler einiges Allgemeines über Flucht und ihre Ursachen, Konfliktlösungsansätze, Abbau von Vorurteilen, Verständnis für andere kulturelle Gepflogenheiten. Rollenspiele sollten ihnen hierbei einen Perspektivenwechsel ermöglichen. Mit Hilfe eines Films wurde der Blick in das Herz eines kleinen geflohenen Jungens erfolgreich verdeutlicht.

Am 25.7. war es dann so weit: Vor der VKL-Theateraufführung in der Aula, zu der drei Mentorinnen sogar kurzfristig eingesprungen waren, wurden allen, deren Praktikumsteil bereits abgeschlossen war, die Urkunden feierlich überreicht – mit einer Unterschrift von Herrn Röber und einer von Frau Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann und den besten Glückwünschen von ihrem Betreuer Herrn Quiring, im neuen Schuljahr selbständig weiter so zu machen und sich in irgendeiner Form in unserem Schulleben sozial zu engagieren, nachdem sie jetzt für den interkulturellen Bereich Experten sind.

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